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Transferbonus erklärt: Wann sich mehr Meilen beim Punktetransfer lohnen

Was ein Transferbonus ist, wie man ihn in Cent pro Punkt umrechnet, bei welchen Programmen es ihn gibt, welche Risiken ein Transfer hat und wann Warten auf den nächsten Bonus sinnvoll ist.

Redaktion meilenvergleich.comAktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Ein Transferbonus ist eine Aktion, bei der ein Programm beim Übertragen von Punkten mehr gutschreibt als üblich. "30 Prozent mehr Meilen" klingt eindeutig gut. Ob es das ist, hängt davon ab, was die Punkte vorher wert waren, was sie nachher wert sind und ob man sie im Zielprogramm überhaupt braucht.

Wo es Transferboni gibt

In Deutschland begegnen Sammlern vor allem drei Arten:

  • Kreditkartenpunkte zu Airlines und Hotels: American Express bietet bei einzelnen Membership Rewards Partnern zeitweise einen Bonus an. Am 14.09.2026 waren es zum Beispiel 30 Prozent mehr Punkte beim Transfer zu Marriott Bonvoy bis zum 31.10.2026.
  • Handelsprogramme zu Airlines: Payback bietet mehrmals im Jahr einen Bonus auf die Umwandlung in Miles & More Meilen an, im Juli 2026 laut meilenoptimieren 10 Prozent ab 4.000 Punkten.
  • Hotels zu Airlines: Marriott Bonvoy gibt dauerhaft 5.000 Bonusmeilen für je 60.000 in einem Vorgang übertragene Punkte, bei den meisten Airline-Partnern mit einem Grundverhältnis von 3 zu 1. Zusätzlich gibt es zeitweise Aktionen für einzelne Airlines.

Transferboni, die wir auf öffentlichen Seiten finden, zeigen wir unter Transferbonus.

Die Rechnung in drei Schritten

1. Neues Verhältnis

Neues Verhältnis = Grundverhältnis × (1 + Bonus)

  • Amex zu Marriott: 3 zu 2, mit 30 Prozent Bonus 3 zu 2,6.
  • Payback zu Miles & More: 1 zu 1, mit 10 Prozent Bonus 1 zu 1,1.
  • Amex zu Flying Blue: 5 zu 4, mit 25 Prozent Bonus 5 zu 5, also 1 zu 1.

2. Wert pro Ausgangspunkt

Wert pro Ausgangspunkt = Zielpunkte pro Ausgangspunkt × Wert eines Zielpunkts

Mit unseren Referenzwerten (Stand September 2026, Tabelle unter So vergleichen wir):

  • Amex zu Marriott ohne Bonus: 0,67 × 0,8 Cent = 0,53 Cent. Mit 30 Prozent Bonus: 0,87 × 0,8 Cent = 0,69 Cent.
  • Payback zu Miles & More ohne Bonus: 1 × 1,4 Cent = 1,4 Cent. Mit 10 Prozent Bonus: 1,1 × 1,4 Cent = 1,54 Cent.

3. Mit der Alternative vergleichen

Der Bonus ist nur dann gut, wenn der Wert pro Ausgangspunkt höher liegt als bei der besten Alternative. Bei Payback ist die Alternative sicher: 1 Cent pro Punkt an der Kasse. Bei Amex ist die Alternative ein anderer Transferpartner. Zu British Airways bringt ein Amex-Punkt ohne Bonus bei 5 zu 4 und 1,3 Cent pro Avios etwa 1,04 Cent und damit mehr als der Marriott-Transfer mit Bonus.

Referenzwerte sind Durchschnitte. Wer eine konkrete Prämie im Blick hat, setzt deren Wert ein. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Meilenwert berechnen.

Wann sich ein Transferbonus lohnt

  1. Es gibt eine konkrete Prämie im Zielprogramm, die verfügbar ist und bald gebucht wird.
  2. Der Wert pro Ausgangspunkt liegt mit Bonus über der besten Alternative.
  3. Die Mindestmenge passt: Viele Boni gelten erst ab einer bestimmten Punktzahl pro Transfer.
  4. Die Verfallsregeln im Zielprogramm sind für die geplante Zeitspanne unkritisch.

Treffen alle vier Punkte zu, ist der Bonus ein echter Vorteil. Fehlt der erste Punkt, ist er meist keiner.

Die Risiken

Transfers sind endgültig

Übertragene Punkte lassen sich nicht zurückholen. Wer Punkte wegen eines Bonus überträgt und später merkt, dass die gewünschte Prämie nicht verfügbar ist, sitzt auf einer Währung, die er nicht braucht.

Das Zielprogramm kann Preise ändern

Programme erhöhen Prämienpreise, oft ohne lange Vorankündigung. Bei dynamischen Preisen, wie bei Marriott Bonvoy oder Miles & More für Lufthansa, SWISS und Austrian, ändert sich der Punktepreis ohnehin laufend. Punkte auf Vorrat verlieren dadurch Wert.

Verfall im Zielprogramm

Amex Membership Rewards Punkte verfallen nicht, solange eine teilnehmende Karte besteht. Nach dem Transfer gelten die Regeln des Zielprogramms: bei ALL Accor 12 Monate ohne Aktivität, bei Miles & More 36 Monate ohne Schutz. Alle Fristen stehen im Ratgeber Meilen vor dem Verfall schützen.

Bonus nur für eine Richtung

Ein Bonus gilt nur für den genannten Partner und Zeitraum. Transfers kurz vor oder nach der Aktion bekommen ihn nicht, und manche Aktionen verlangen eine Registrierung vorher.

Warten oder jetzt übertragen?

Transferboni kommen bei vielen Programmen mehrmals im Jahr, aber nicht nach festem Plan. Die Entscheidung hängt an der Prämie:

  • Prämie gefunden, Plätze knapp: Jetzt übertragen und buchen. Ein verpasster Platz kostet mehr als ein verpasster Bonus.
  • Kein konkreter Plan: Warten. Punkte im neutralen Programm, etwa bei Amex, bleiben flexibel.
  • Punkte verfallen bald: Übertragen, auch ohne Bonus, wenn das Zielprogramm eine sinnvolle Einlösung bietet.

Die Angaben einer Aktion richtig lesen

  • "Bis zu": Der höchste Bonus gilt oft erst ab einer großen Transfermenge. Kleinere Transfers bekommen weniger oder nichts.
  • Mindestmenge: Bei Payback galt der Bonus zuletzt ab 4.000 Punkten pro Umwandlung. Wer darunter bleibt, bekommt nur das Grundverhältnis.
  • Aktionszeitraum: Maßgeblich ist meist der Zeitpunkt des Transfers, nicht der Gutschrift. Die Bedingungen nennen das genau.
  • Registrierung: Manche Aktionen verlangen eine Anmeldung vor dem Transfer.
  • Gutschrift: Der Bonus kann getrennt von den regulären Punkten gutgeschrieben werden. Die Bedingungen nennen, wann er spätestens im Konto sein soll.

Wie wir Transferboni sortieren

Für einen Transferbonus zeigen wir keinen Schätzwert in Euro, weil der Wert von der übertragenen Menge abhängt. In unserer Sortierung zählt stattdessen die Höhe des Bonus: 40 × min(1, Bonus in Prozent ÷ 50). Ein Bonus von 30 Prozent bekommt damit 24 Wertpunkte, ab 50 Prozent sind es 40. Mehr ist ohne Schätzwert in Euro nicht möglich, mit Schätzwert liegt die Grenze bei 60. Dazu kommen Punkte für Neuheit und für ein nahes Enddatum. Die vollständige Formel steht unter So vergleichen wir.

Beispielrechnung: Payback zu Miles & More

Angenommen, für einen Prämienflug fehlen 20.000 Miles & More Meilen. Ohne Bonus braucht es 20.000 Payback Punkte. Mit 10 Prozent Bonus reichen rund 18.182 Punkte. Die Ersparnis beträgt knapp 1.820 Punkte, beim Einlösen an der Kasse wären das etwa 18 Euro. Das ist nett, aber kein Grund, einen knappen Prämienplatz zu riskieren. Mehr dazu im Ratgeber Payback Punkte in Meilen umwandeln.

Checkliste

  1. Grundverhältnis und Bonus in ein neues Verhältnis umrechnen.
  2. Wert pro Ausgangspunkt mit der besten Alternative vergleichen.
  3. Verfügbarkeit der Prämie im Zielprogramm prüfen.
  4. Mindestmenge und Aktionszeitraum lesen.
  5. Übertragen und die Prämie zeitnah buchen.

Bonusprogramme ändern ihre Regeln regelmäßig. Verbindlich sind die Bedingungen auf den Seiten der Programme. Fehler gefunden? Eine kurze E-Mail an kontakt@meilenvergleich.com hilft.

Häufige Fragen

Was ist ein Transferbonus?

Eine zeitlich begrenzte Aktion, bei der man für das Übertragen von Punkten aus einem Programm in ein anderes zusätzliche Punkte oder Meilen bekommt, zum Beispiel 30 Prozent mehr.

Wie rechnet man einen Transferbonus um?

Neues Verhältnis = altes Verhältnis × (1 + Bonus). Aus 3 Amex-Punkten = 2 Marriott-Punkten werden mit 30 Prozent Bonus 3 Amex-Punkte = 2,6 Marriott-Punkte. Mit dem Wert der Zielwährung ergibt sich der Wert pro Ausgangspunkt.

Lohnt sich jeder Transferbonus?

Nein. Ein Bonus lohnt sich nur, wenn man die Punkte im Zielprogramm bald für eine gute Einlösung nutzt. Ein Transfer ist endgültig, und im Zielprogramm gelten dessen Verfallsregeln und Preisänderungen.

Wo findet man aktuelle Transferboni?

Bei den Programmen selbst, meist auf der Transferseite oder per E-Mail. Öffentliche Transferboni, die wir finden, stehen auf meilenvergleich.com unter Transferbonus.

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