Meilenwert berechnen: Was ist eine Meile wirklich wert?
Mit einer einfachen Formel ausrechnen, wie viel Cent eine Meile oder ein Punkt beim Einlösen bringt. Mit Rechenbeispielen, typischen Fehlern und unseren Referenzwerten je Programm.
Redaktion meilenvergleich.comAktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Ob sich ein Prämienflug, ein Punktetransfer oder ein Meilenkauf lohnt, hängt an einer Zahl: dem Wert, den eine Meile beim Einlösen bringt. Programme nennen diesen Wert fast nie. Man kann ihn aber in zwei Minuten selbst ausrechnen, und danach sehen viele Angebote anders aus.
Die Formel
Der Wert einer Meile beim Einlösen ist:
(Barpreis − Zuzahlung beim Prämienflug) ÷ eingesetzte Meilen × 100 = Cent pro Meile
- Barpreis: Was dieselbe Leistung in Euro gekostet hätte, also derselbe Flug, dieselbe Klasse, derselbe Termin.
- Zuzahlung: Steuern, Gebühren und Zuschläge, die auch beim Prämienflug in Euro anfallen.
- Eingesetzte Meilen: der Meilenpreis der Prämie.
Die Formel funktioniert genauso für Hotelpunkte (Zimmerpreis gegen Punkte) und für Prämien aus einem Shop (Ladenpreis gegen Punkte).
Rechenbeispiel Prämienflug
Die Zahlen in diesem Beispiel sind angenommen, um die Rechnung zu zeigen:
- Ein Hin- und Rückflug in der Economy kostet bar 420 Euro.
- Als Prämienflug kostet er 30.000 Meilen plus 180 Euro Steuern und Zuschläge.
Rechnung: (420 − 180) ÷ 30.000 × 100 = 0,8 Cent pro Meile.
Derselbe Flug in der Business Class, ebenfalls angenommen:
- bar 2.400 Euro,
- als Prämie 90.000 Meilen plus 450 Euro.
Rechnung: (2.400 − 450) ÷ 90.000 × 100 = 2,17 Cent pro Meile.
Das zeigt das typische Muster: Premium-Kabinen bringen pro Meile oft deutlich mehr als die Economy, weil ihr Barpreis stärker steigt als der Meilenpreis. Ob das auf eine bestimmte Strecke zutrifft, zeigt aber nur die eigene Rechnung.
Drei Fehler, die den Wert schönrechnen
1. Den falschen Barpreis nehmen
Wer den teuersten flexiblen Tarif als Vergleich nimmt, kommt immer auf einen hohen Wert. Fair ist der Preis, den man tatsächlich gezahlt hätte, meist der günstigste Tarif mit ähnlichen Bedingungen. Und ehrlich gefragt: Hätte man den Business-Class-Flug für 2.400 Euro überhaupt bar gebucht? Wenn nicht, ist der persönliche Wert niedriger als die Rechnung.
2. Die entgangenen Meilen vergessen
Ein bezahltes Ticket bringt selbst Meilen, ein Prämienflug in der Regel nicht. Wer genau rechnen will, zieht den Wert dieser Meilen vom Barpreis ab. Bei Miles & More bekommen Mitglieder ohne Status für Flüge der Lufthansa Group das Vierfache des Flugpreises ohne Steuern in Meilen gutgeschrieben. Bei einem teuren Ticket kommt da einiges zusammen.
3. Die Zuzahlung übersehen
Bei manchen Programmen und Airlines machen Zuschläge einen großen Teil des Ticketpreises aus. Dann bleibt vom Barpreis wenig übrig, und der Wert pro Meile fällt niedrig aus. Programme, die keine Treibstoffzuschläge weitergeben, schneiden bei dieser Rechnung besser ab. Dazu mehr im Ratgeber Star-Alliance-Programme im Vergleich.
Hotelpunkte und Prämien aus dem Shop
Bei Hotels funktioniert die Rechnung genauso, nur ohne Zuschläge. Ein angenommenes Beispiel: Ein Zimmer kostet bar 180 Euro pro Nacht oder 25.000 Punkte. Das ergibt 180 ÷ 25.000 × 100 = 0,72 Cent pro Punkt. Bei Punkteeinlösungen fallen Kurtaxe oder Resortgebühren oft trotzdem an; sie gehören wie die Zuzahlung beim Flug abgezogen.
Einige Programme bieten bei längeren Aufenthalten eine Nacht ohne Punkte an. Marriott Bonvoy zum Beispiel berechnet bei fünf Prämiennächten am Stück die günstigste Nacht nicht. Das senkt die Punkte pro Nacht und hebt den Wert pro Punkt, in diesem Fall um bis zu 20 Prozent.
Prämienshops schneiden bei dieser Rechnung meist schlecht ab. Angenommen, ein Küchengerät kostet im Handel 100 Euro und im Shop 20.000 Meilen: Das bringt 0,5 Cent pro Meile. Das ist weniger als die Hälfte unseres Referenzwerts für Miles & More. Der Vergleichspreis sollte dabei der günstigste Preis im Handel sein, nicht die unverbindliche Preisempfehlung.
Referenzwerte: der Maßstab für Entscheidungen
Ein einzelner Wert sagt wenig, solange der Vergleich fehlt. Dafür gibt es Referenzwerte: eine Schätzung, was eine Meile eines Programms bei realistischer Nutzung bringt. Wir verwenden für jedes Programm einen solchen Wert, zum Beispiel (Stand September 2026):
| Programm | Referenzwert |
|---|---|
| Miles & More | 1,4 ct pro Meile |
| Payback | 1,0 ct pro Punkt |
| Flying Blue | 1,15 ct pro Meile |
| Marriott Bonvoy | 0,8 ct pro Punkt |
| Hilton Honors | 0,3 ct pro Punkt |
| ALL Accor | 2,0 ct pro Punkt |
Die vollständige Tabelle steht unter So vergleichen wir. Für die meisten internationalen Programme leiten wir die Werte aus den monatlichen Bewertungen von The Points Guy ab und runden sie vorsichtig ab.
Wichtig: Ein Hotelpunkt ist nicht "schlechter", weil sein Referenzwert niedriger ist. Programme geben unterschiedlich viele Punkte pro Euro aus. 0,3 Cent pro Hilton-Punkt und 1,4 Cent pro Meile sind nur innerhalb des jeweiligen Programms vergleichbar.
So nutzt man den Wert im Alltag
Einlösen oder bar zahlen?
Liegt der errechnete Wert über dem Referenzwert, ist die Einlösung gut. Liegt er deutlich darunter, lohnt es sich meist, bar zu zahlen und die Meilen für eine bessere Gelegenheit zu behalten. Ausnahme: Meilen, die bald verfallen. Dann ist jeder Gegenwert besser als keiner.
Lohnt sich ein Transfer?
Bei einem Punktetransfer zählt das Verhältnis. Werden 5 Kreditkartenpunkte zu 4 Meilen, ist ein Kartenpunkt 0,8 Meilen wert. Bei einem angenommenen Meilenwert von 1,15 Cent sind das 0,92 Cent pro Kartenpunkt. Ein Transferbonus von 25 Prozent macht daraus 1 Kartenpunkt = 1 Meile und damit 1,15 Cent. Mehr dazu im Ratgeber Transferbonus.
Lohnt sich ein Meilenkauf?
Der Kaufpreis pro Meile muss unter dem Wert liegen, den man beim Einlösen sicher erreicht. Kostet eine Meile im Kauf 1,2 Cent und bringt sie im geplanten Prämienflug 2 Cent, lohnt es sich. Ohne konkreten Plan ist ein Kauf fast immer ein Verlust. Der Ratgeber Meilen kaufen geht das Schritt für Schritt durch.
Unser Schätzwert bei Angeboten
Bei Angeboten auf meilenvergleich.com steht oft "Unser Schätzwert" in Euro. Er ist die Zahl der Bonusmeilen mal Referenzwert. 5.000 Miles & More Meilen ergeben bei 1,4 Cent einen Schätzwert von 70 Euro. Für Prozent-Boni oder Multiplikatoren zeigen wir keinen Euro-Betrag, weil der vom eigenen Umsatz abhängt. Die genaue Rechnung und die Sortierformel stehen unter So vergleichen wir.
Checkliste
- Barpreis zum selben Termin und in derselben Klasse suchen.
- Zuzahlung beim Prämienflug abziehen.
- Durch die Meilen teilen, mal 100.
- Mit dem Referenzwert des Programms vergleichen.
- Bei knappen Ergebnissen die entgangenen Meilen des bezahlten Tickets mitrechnen.
Bonusprogramme ändern ihre Regeln regelmäßig. Verbindlich sind die Bedingungen auf den Seiten der Programme. Fehler gefunden? Eine kurze E-Mail an kontakt@meilenvergleich.com hilft.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Wert einer Meile?
Den Barpreis, den man für dieselbe Leistung sonst gezahlt hätte, abzüglich der Steuern und Gebühren, die beim Prämienflug trotzdem anfallen, teilt man durch die Zahl der eingesetzten Meilen. Mal 100 ergibt den Wert in Cent pro Meile.
Welcher Barpreis zählt beim Vergleich?
Der Preis, den man tatsächlich gezahlt hätte, also meist der günstigste vergleichbare Tarif zum selben Termin. Der teuerste flexible Tarif macht den Wert künstlich hoch.
Zählen die Meilen, die man bei einem bezahlten Ticket bekommen hätte?
Ja, wer genau rechnen will, zieht sie ab. Ein bezahltes Ticket bringt Meilen, ein Prämienflug meist nicht. Der entgangene Wert dieser Meilen verringert den Vorteil des Prämienflugs.
Was ist ein guter Wert pro Meile?
Das hängt vom Programm ab. Als Orientierung dienen Referenzwerte wie unsere Tabelle, für Miles & More etwa 1,4 Cent. Liegt eine Einlösung deutlich darunter, ist das Geld meist besser in Euro gezahlt.
Quellen
Zuletzt geprüft am 14.09.2026. Verbindlich sind die Bedingungen auf den Seiten der Programme.