Miles & More Kreditkarte oder American Express: Welche Karte bringt mehr Meilen?
Miles & More Kreditkarte und Amex Membership Rewards im Vergleich: Sammelrate, Verfallschutz, Transferpartner und für wen sich welche Karte eignet. Stand September 2026.
Redaktion meilenvergleich.comAktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Wer in Deutschland mit Alltagsumsatz Meilen sammeln will, landet fast immer bei zwei Kartenfamilien: den Miles & More Kreditkarten und den Karten von American Express mit Membership Rewards. Beide bringen Meilen, aber auf sehr unterschiedliche Weise. Die Miles & More Karte sammelt direkt in einem Programm. Amex sammelt eine eigene Punktewährung, die man später in verschiedene Programme übertragen kann.
Kartenpreise, Willkommensboni und Zusatzleistungen ändern sich häufig. Dieser Vergleich konzentriert sich auf die Punkte, die sich seltener ändern. Konkrete Willkommensangebote stehen tagesaktuell unter Kreditkarten.
Die Miles & More Kreditkarten
Herausgeber der Miles & More Kreditkarten für Privatkunden ist die Deutsche Bank, seit die Zusammenarbeit mit der DKB im Oktober 2025 endete. Im Kartenvergleich stehen drei Karten: Gold, Blue und MyFlex (Stand September 2026).
- Sammelrate: alle drei Karten 1 Meile pro 2 Euro Kartenumsatz.
- Verfallschutz: Gold und Blue schützen die Meilen im Miles & More Konto, MyFlex nicht.
- Kartenpreis in Meilen: Bei Gold und Blue lässt sich der Kartenpreis laut Vergleichsseite auch mit Meilen bezahlen.
Der größte Vorteil ist nicht die Sammelrate, sondern der Schutz vor dem Verfall. Ohne Status verfallen Miles & More Meilen nach 36 Monaten. Mit einer Gold- oder Blue-Karte, die seit mindestens drei Monaten besteht und mit der mindestens einmal im Monat meilenfähig bezahlt wird, bleiben sie laut Miles & More unbegrenzt gültig. Wer über Jahre auf einen großen Prämienflug spart, braucht diesen Schutz.
Die Schwäche: Die Meilen landen nur bei Miles & More. Ändert das Programm seine Preise, und das hat es mit den dynamischen Prämienpreisen für Lufthansa, SWISS und Austrian seit Juni 2025 getan, gibt es keine Ausweichmöglichkeit.
American Express und Membership Rewards
Bei den Amex-Karten mit Membership Rewards, darunter die Gold Card und die Platinum Card, sammelt man Membership Rewards Punkte. Laut American Express gibt es mit der Gold Card 1 Punkt pro Euro Umsatz, mit dem kostenpflichtigen Membership Rewards Turbo 1,5 Punkte.
Die Punkte verfallen nicht, solange eine Karte mit Teilnahme am Programm besteht. Man kann sie für Prämien, Gutschriften oder Einkäufe einsetzen, der Wert ist dabei aber meist niedrig. Interessant für Meilensammler sind die Transfers zu Airline- und Hotelprogrammen.
Die Transferpartner (Stand 14.09.2026)
| Partner | Verhältnis |
|---|---|
| Flying Blue (Air France-KLM) | 5 Punkte = 4 Meilen |
| British Airways Club | 5 Punkte = 4 Avios |
| Iberia Club | 5 Punkte = 4 Avios |
| Qatar Airways Privilege Club | 3 Punkte = 2 Avios |
| Singapore Airlines KrisFlyer | 3 Punkte = 2 Meilen |
| Cathay | 3 Punkte = 2 Asia Miles |
| Delta SkyMiles | 3 Punkte = 2 Meilen |
| SAS EuroBonus | 5 Punkte = 4 Punkte |
| Emirates Skywards | 2 Punkte = 1 Meile |
| Hilton Honors | 1 Punkt = 1 Punkt |
| Marriott Bonvoy | 3 Punkte = 2 Punkte |
| Radisson Rewards | 1 Punkt = 2 Punkte |
| ALL Accor | 3 Punkte = 1 Punkt |
| Payback | 3 Punkte = 1 Punkt |
Miles & More fehlt in dieser Liste. Wer Amex-Punkte in Meilen umwandelt, landet also bei Air France-KLM, der Avios-Familie, Singapore Airlines oder Emirates. Die Details zu Mindestmengen und Dauer stehen im Ratgeber Amex Punkte übertragen.
Ein Umweg zu Miles & More über Payback ist rechnerisch möglich: 3 Amex-Punkte werden zu 1 Payback Punkt, der wieder zu 1 Miles & More Meile wird. Bei diesem Verhältnis lohnt sich das fast nie.
Direkter Vergleich
Rechnen wir mit unseren Referenzwerten (Stand September 2026) und ohne Boni, rein pro 1.000 Euro Umsatz:
- Miles & More Karte: 500 Meilen × 1,4 Cent = etwa 7 Euro Gegenwert.
- Amex Gold ohne Turbo, Transfer zu Flying Blue: 1.000 Punkte werden zu 800 Meilen, × 1,15 Cent = etwa 9,20 Euro.
- Amex Gold mit Turbo, Transfer zu Flying Blue: 1.500 Punkte werden zu 1.200 Meilen, × 1,15 Cent = etwa 13,80 Euro, abzüglich der Kosten des Turbos.
Die Rechnung ist grob. Sie zeigt aber, warum viele Sammler mit hohem Umsatz zu Amex greifen. Wer dagegen wenig Umsatz hat und Meilen bei Miles & More sichern will, fährt mit dem Verfallschutz der Miles & More Karte oft besser.
Weitere Unterschiede im Alltag
Akzeptanz
American Express wird in Deutschland nicht überall angenommen, vor allem bei kleineren Händlern. Die Miles & More Karten laufen als Mastercard, die weiter verbreitet ist. Wer mit Amex sammelt, braucht in der Praxis oft eine zweite Karte.
Willkommensboni
Neukunden bekommen bei beiden Kartenfamilien regelmäßig Boni, die an einen Mindestumsatz in den ersten Monaten gebunden sind. Im September 2026 waren die Willkommensangebote der meisten Amex-Karten für Privatkunden laut Kartenübersicht Startguthaben in Euro und keine Punkte. Bei Miles & More gab es für Gold und Blue Willkommensmeilen. Solche Angebote wechseln oft, deshalb lohnt der Blick auf die aktuelle Liste.
Kartenpreis
Beide Karten kosten eine Jahres- oder Monatsgebühr. Sie gehört in jede Rechnung. Eine Karte mit höherer Gebühr lohnt sich nur, wenn Punkte und Zusatzleistungen wie Versicherungen die Kosten tatsächlich übersteigen. Leistungen, die man nicht nutzt, sind nichts wert.
Für wen sich welche Karte eignet
Die Miles & More Karte passt, wenn man vor allem Lufthansa Group fliegt, Meilen über Jahre bei Miles & More ansammelt und keinen Status hat. Der Verfallschutz ist hier das stärkste Argument.
Amex mit Membership Rewards passt, wenn man viel Umsatz über die Karte laufen lässt, flexibel bei der Airline ist und bereit ist, Transferboni abzuwarten. Die Punkte bleiben so lange neutral, bis man einen konkreten Prämienflug gefunden hat.
Beide Karten kombinieren manche Sammler: Amex als Hauptkarte für Umsatz, eine Miles & More Karte ohne großen Umsatz als Verfallschutz. Ob sich die zweite Gebühr lohnt, hängt vom Meilenstand bei Miles & More ab.
Vor dem Antrag prüfen
- Aktuellen Kartenpreis und Willkommensbonus auf der Seite des Herausgebers lesen.
- Den Mindestumsatz für den Bonus realistisch einschätzen.
- Klären, bei welchem Programm die Meilen am Ende landen sollen.
- Die Akzeptanz der Karte bei den eigenen Händlern bedenken.
- Nur beantragen, wenn die Karte auch ohne Bonus passt.
Bonusprogramme ändern ihre Regeln regelmäßig. Verbindlich sind die Bedingungen auf den Seiten der Programme. Fehler gefunden? Eine kurze E-Mail an kontakt@meilenvergleich.com hilft.
Häufige Fragen
Kann man Amex Punkte in Miles & More Meilen umwandeln?
Nein. Miles & More gehört in Deutschland nicht zu den Transferpartnern von American Express Membership Rewards (Stand September 2026). Zu den Partnern zählen unter anderem Flying Blue, British Airways, Iberia, Qatar Airways, Singapore Airlines, Emirates und mehrere Hotelprogramme.
Wie viele Meilen bringt die Miles & More Kreditkarte?
Die Gold-, Blue- und MyFlex-Karte schreiben laut Deutsche Bank 1 Meile pro 2 Euro Kartenumsatz gut.
Wie viele Punkte gibt es mit der Amex Gold Card?
Laut American Express 1 Membership Rewards Punkt pro Euro Umsatz, mit dem kostenpflichtigen Membership Rewards Turbo 1,5 Punkte pro Euro.
Welche Karte schützt vor dem Meilenverfall?
Die Miles & More Gold- und Blue-Karte schützen die Meilen im Miles & More Konto, solange die Bedingungen erfüllt sind. Membership Rewards Punkte verfallen nicht, solange eine Karte mit Teilnahme am Programm besteht. Nach einem Transfer gelten die Regeln des Zielprogramms.
Quellen
Zuletzt geprüft am 14.09.2026. Verbindlich sind die Bedingungen auf den Seiten der Programme.