Meilen kaufen: Wann lohnt es sich wirklich?
Meilen und Punkte kaufen mit Bonus oder Rabatt: die Rechnung Kaufpreis gegen Einlösewert, typische Preise ohne Aktion, Jahreslimits, Risiken und eine Checkliste vor dem Kauf. Stand September 2026.
Redaktion meilenvergleich.comAktualisiert am 5 Min. Lesezeit
"Meilen mit 100 Prozent Bonus" klingt nach einem Geschenk. Tatsächlich ist ein Meilenkauf nichts anderes als der Kauf eines Flugtickets auf Umwegen, mit dem Risiko, dass sich der Preis zwischen Kauf und Buchung ändert. Er kann sich trotzdem sehr lohnen, aber nur unter klaren Bedingungen.
Die einzige Rechnung, die zählt
Ein Meilenkauf lohnt sich, wenn der Kaufpreis pro Meile unter dem Wert pro Meile beim Einlösen liegt.
- Kaufpreis pro Meile = gezahlter Betrag ÷ erhaltene Meilen inklusive Bonus.
- Wert pro Meile = (Barpreis der Prämie − Zuzahlung) ÷ benötigte Meilen.
Ein angenommenes Beispiel: 50.000 Meilen kosten mit Bonus 750 Euro. Der Kaufpreis liegt bei 1,5 Cent pro Meile. Ein Business-Class-Flug kostet bar 2.200 Euro oder 60.000 Meilen plus 150 Euro. Der Wert beim Einlösen liegt bei (2.200 − 150) ÷ 60.000 × 100 = 3,4 Cent. Die gekauften Meilen bringen also mehr als das Doppelte ihres Preises, allerdings nur, wenn man den Business-Class-Flug auch bar in Betracht gezogen hätte.
Derselbe Kauf für einen Economy-Flug, der bar 300 Euro kostet und 25.000 Meilen plus 120 Euro verlangt: (300 − 120) ÷ 25.000 × 100 = 0,72 Cent. Hier verliert man mit jeder gekauften Meile Geld.
Mehr zur Wertberechnung im Ratgeber Meilenwert berechnen.
Was Meilen ohne Aktion kosten
Die Preise hängen von Programm, Menge und Währung ab. Einige Beispiele von den öffentlichen Kaufseiten, Stand September 2026:
| Programm | Preis ohne Aktion |
|---|---|
| United MileagePlus | 35 US-Dollar pro 1.000 Meilen |
| Avianca LifeMiles | 33 US-Dollar pro 1.000 Meilen vor Steuern |
| Miles & More (Bundle&Go) | ab rund 1,77 Cent pro Meile, laut meilenoptimieren |
Ohne Aktion liegen diese Preise meist über unseren Referenzwerten (United 1,0 Cent, LifeMiles 1,3 Cent, Miles & More 1,4 Cent). Das heißt: Zum Normalpreis rechnet sich ein Kauf nur bei überdurchschnittlich guten Einlösungen.
Wie Kaufaktionen funktionieren
Programme verkaufen Meilen regelmäßig mit Bonus oder Rabatt. Die Formen:
- Bonus: Man zahlt den Normalpreis und bekommt zusätzliche Meilen, oft gestaffelt nach Menge. "Bis zu 100 Prozent" gilt meist erst ab einer hohen Kaufmenge.
- Rabatt: Der Preis pro Meile sinkt direkt.
- Neukundenaktionen: Einige Angebote gelten nur für den ersten Kauf oder für ausgewählte Mitglieder.
Ein Beispiel aus September 2026: Air Canada Aeroplan bot bis zum 25.09.2026 bis zu 100 Prozent Bonus beim Kauf von Punkten. Miles & More gab laut meilenoptimieren ausgewählten Mitgliedern 50 Prozent Bonus auf den ersten Bundle&Go-Kauf, womit eine Meile im besten Fall rund 1,18 Cent kostete.
Bei "bis zu" lohnt es sich, die Staffel zu lesen. Wer weniger kauft, als für den höchsten Bonus nötig ist, bekommt einen kleineren Bonus und damit einen höheren Preis pro Meile.
Wann ein Kauf sinnvoll ist
- Es fehlt ein kleiner Rest für eine konkrete, verfügbare Prämie. Dann bezahlt man nur die Lücke, und der Rest der Prämie stammt aus gesammelten Meilen.
- Die Prämie ist teuer in bar und günstig in Meilen, typischerweise Business Class auf der Langstrecke.
- Das Programm gibt keine hohen Zuschläge weiter, sodass der Vorteil nicht in Euro-Zuzahlungen verschwindet. Beispiele im Ratgeber Star-Alliance-Programme im Vergleich.
- Eine Aktion läuft, und der Kaufpreis pro Meile liegt deutlich unter dem Einlösewert.
Wann man die Finger davon lässt
- Auf Vorrat kaufen: Programme können Meilenpreise erhöhen. Gekaufte Meilen verlieren dann Wert, bevor sie eingesetzt wurden.
- Ohne Verfügbarkeit: Wer kauft und dann keinen Prämienplatz findet, hat Geld in eine Währung getauscht, die er nicht braucht.
- Bei kurzen Verfallsfristen: Bei LifeMiles zum Beispiel verfallen Meilen, wenn 12 Monate lang keine Meilen gesammelt werden, und Einlösen verlängert die Frist nicht. Gekaufte Meilen sollte man dort zeitnah einsetzen. Alle Fristen stehen im Ratgeber Meilen vor dem Verfall schützen.
- Für Status: Gekaufte Meilen zählen in der Regel nicht für den Status.
- Für Economy-Kurzstrecken: Der Barpreis ist oft so niedrig, dass kein Kaufpreis mithalten kann.
Weitere Punkte vor dem Kauf
Jahreslimits
Viele Programme begrenzen die Menge pro Kalenderjahr. Bei Miles & More sind es laut meilenoptimieren 250.000 Meilen über Bundle&Go, Bonusmeilen zählen nicht mit.
Zahlung und Abrechnung
Kaufseiten laufen oft über einen Dienstleister wie Points.com und rechnen in fremder Währung ab, bei United und LifeMiles zum Beispiel in US-Dollar. Dann können Auslandseinsatzgebühren der Kreditkarte dazukommen, und der Wechselkurs verändert den Preis pro Meile. Beides gehört in die Rechnung.
Gekaufte Meilen sind endgültig
Ein Meilenkauf lässt sich in der Regel nicht erstatten. Der Kauf ist also erst dann sinnvoll, wenn die Prämie gefunden ist und die Buchung unmittelbar folgen kann.
Kaufen für andere
Einige Programme erlauben es, Meilen für ein anderes Mitglied zu kaufen oder zu verschenken. Das hilft, wenn der Prämienflug für eine Mitreisende gebucht werden soll, deren Konto zu wenig Meilen hat. Die Preise und Grenzen können dabei andere sein als beim Kauf für das eigene Konto.
Ein kurzes Rechenschema
Wer eine Aktion schnell bewerten will, rechnet in drei Zeilen:
- Kaufpreis pro Meile = Preis ÷ (Meilen + Bonusmeilen).
- Wert pro Meile = (Barpreis − Zuzahlung) ÷ benötigte Meilen.
- Ersparnis = (Wert − Kaufpreis) × gekaufte Meilen.
Ist das Ergebnis in Zeile 3 klein oder negativ, lohnt sich der Aufwand nicht. Ist es groß, lohnt sich zumindest ein zweiter Blick auf Verfügbarkeit und Bedingungen.
Alternativen zum Kauf
Bevor man kauft, lohnt der Blick auf günstigere Wege:
- Transfer aus Kreditkartenpunkten: Amex Membership Rewards lassen sich zu Flying Blue, Avios-Programmen, KrisFlyer und Emirates übertragen, bei einem Transferbonus zu besseren Verhältnissen.
- Payback zu Miles & More: 1:1, mit Aktion mehr. Details im Ratgeber Payback Punkte in Meilen umwandeln.
- Reduzierte Prämien: Mit Meilenschnäppchen oder Promo Rewards braucht es weniger Meilen.
Checkliste
- Prämie und Verfügbarkeit für konkrete Termine finden.
- Fehlende Meilen genau ausrechnen, inklusive Zuzahlung.
- Kaufpreis pro Meile mit Bonusstaffel ermitteln.
- Mit dem Einlösewert vergleichen. Liegt der Kaufpreis nicht klar darunter, bar zahlen.
- Kaufen und die Prämie sofort buchen.
Laufende Kaufaktionen sammeln wir unter Punkte kaufen.
Bonusprogramme ändern ihre Regeln regelmäßig. Verbindlich sind die Bedingungen auf den Seiten der Programme. Fehler gefunden? Eine kurze E-Mail an kontakt@meilenvergleich.com hilft.
Häufige Fragen
Lohnt es sich, Meilen zu kaufen?
Nur mit einem konkreten Prämienflug oder einer Hotelnacht im Blick, bei der die gekaufte Meile beim Einlösen mehr bringt, als sie gekostet hat. Ohne Plan ist ein Meilenkauf fast immer teurer als der Barpreis.
Was kosten Meilen ohne Aktion?
Das unterscheidet sich je Programm. Laut den öffentlichen Kaufseiten kosteten im September 2026 zum Beispiel 1.000 United Meilen 35 US-Dollar und 1.000 LifeMiles 33 US-Dollar vor Steuern.
Kann man Miles & More Meilen kaufen?
Indirekt über die Bundle&Go-Pakete von Miles & More. Nach Angaben von meilenoptimieren sind das maximal 250.000 Meilen pro Kalenderjahr, und ohne Bonus kostet eine Meile mindestens rund 1,77 Cent.
Wann gibt es die besten Kaufaktionen?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht. Viele Programme bieten mehrmals im Jahr Bonus oder Rabatt an. Laufende Aktionen zeigen wir unter Punkte kaufen.
Quellen
Zuletzt geprüft am 14.09.2026. Verbindlich sind die Bedingungen auf den Seiten der Programme.